ILME: Mehrpolige Steckverbinder für industrielle Anwendung

379 MEHRPOLIGE STECKVERBINDER ❱ EMV ❱ CN i EMV Steckverbinder und Elektromagnetische Verträglichkeit Das Konzept der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) ist in umgekehrter Form - positiv - von dem Konzept der Elektromagnetischen Interferenz (EMI) abzuleiten: Elektromagnetische Verträglichkeit liegt zwischen einer elektrischen Einrichtung und der Umgebung (einschließlich umliegender elektrischer Einrichtungen) vor, wenn zwischen der elektrischen Einrichtung und ihrer Umgebung keine elektromagnetischen Interferenzen vorhanden sind oder wenn der Interferenzwert die Toleranzgrenze nicht überschreitet. Mit anderen Worten: Um elektromagnetische Verträglichkeit zu erlangen , müssen Maßnahmen getroffen werden, die gewährleisten, dass die elektrische/elektronische Einrichtung in ihrer Eigenschaft als Störquelle eine tolerierbare Emission und in ihrer Eigenschaft als Empfänger ausreichende Störfestigkeit gegenüber elektromagnetischen Störungen aufweist, sodass die Einrichtung selbst einwandfrei funktioniert und andere vorhandene Einrichtungen nicht gestört werden. EMV - Übersicht Steckverbinder und Elektromagnetische Verträglichkeit Gesetz und Normen. E M V - E M V - E M V - E M V - E M V - E M V - Bei der elektrischen Ausrüstung von Maschinen in der Industrie ist die Anwendung von mehrpoligen, rechteckigen Steckverbindern in entsprechenden Metallgehäusen weit verbreitet, da diese Sicherheit, Zuverlässigkeit sowie Widerstandsfähigkeit gegen Verschmutzung und Korrosion bieten. Bei diesen Steckverbindern handelt es sich um passive elektromagnetische Komponenten, d.h., dass sie weder elektromagnetische Störungen verursachen, noch in ihrer Funktion gestört werden. Daher unterliegen sie allein nicht dem Anwendungsbereich der EU-Richtlinie 2014/30/EU in Bezug auf Elektromagnetische Verträglichkeit und eine CE-Kennzeichnung ist daher nicht notwendig. Dennoch wird Letztere für die Niederspannungsrichtlinie 2014/30/EU verwendet. Hingegen müssen oben genannte elektrische Einrichtungen sowie industrielle Ausrüstungen, in denen die industriellen Steckverbinder vor allem angewendet werden (z.B. maschineninterne Steuerschränke), mit dem CE-Zeichen für EMV gekennzeichnet werden und die wesentlichen Sicherheitsanforderungen der EMV-Richtlinie erfüllen. Im Hinblick auf EMV in der Industrie sind zwei europäische Normen in Kraft, die die Emissionen und die Störfestigkeit der elektrischen Einrichtungen im Allgemeinen regeln. Es handelt sich daher um allgemeine Normen, die sich auf die Emission EN 61000-6-4 :2007 +A1:2011 (Klasse CEI 210-66:2007 + 210-66;V1:2011, gleichwertig IEC 61000-4:2006 + A1:2010) beziehungsweise die Störfestigkeit EN 61000-6-2 :2005 (Klasse CEI 210-54:2006, gleichwertig IEC 61000-6-2:2005) 1) beziehen. Diese Normen werden dann angewendet, wenn Angaben in den spezifischen EMV-Produktnormen des Produktes fehlen oder solche Normen nicht vorhanden sind. Industrielle Einrichtungen fallen unter letzteren Punkt (Fehlen spezifischer Normen), wenn es sich nicht um Einrichtungen handelt, die funktionell dazu dienen, Radiofrequenzen zu erzeugen 2) . In den europäischen Normen für Schaltschränke (EN 60947-1) und in der Norm über die elektrische Ausrüstungen von Maschinen (EN 60204-1) ist die Einführung von Emissionsgrenzen und Störfestigkeitsgrenzen einschließlich diesbezüglicher Kontrollen (wo erforderlich) vorgesehen. Die Kontrollen beziehen sich auf die oben genannten EMV-Normen im Bereich Industrie. Die EMV-Kontrollen werden nicht an einzelnen Teilen der Einrichtung, sondern an der gesamten elektrischen Einrichtung vorgenommen, was je nach Größe der betreffenden Einrichtung zu nicht unwesentlichen logistischen Problemen führen kann, da bei den Kontrollen so weit wie möglich die realen Betriebsbedingungen simuliert werden müssen. Daher ist es falsch, die Emissionsgrenzen und Grenzen elektromagnetischer Störfestigkeit, die für die Einrichtung gesetzt sind, auf z.B. die Steckverbindungen zu übertragen, die Bestandteile der Einrichtung sind. 1) Es gibt zwei entsprechende Normen in Bezug auf das andere normalisierte Gebiet, also für Wohngebiete, Geschäftsgebiete oder Gewerbegebiete, nämlich EN 61000-6-3 :2007 + A1:2011 (Klasse CEI 210-65:2007 + CEI 2010-61;V1:2011) für Emission (gleichwertig IEC 61000-6-3:2006 + A1:2010) und EN 61000-6-1 :2007 (Klasse CEI 210-64:2007) für Störfestigkeit (gleichwertig IEC 61000-6-1:2006). 2) Für diese Geräte, die ISM genannt werden (industrial, scientific, medical), wird die Norm EN 55011 :2007 in Bezug auf die Emission von Funkstörungen angewendet.

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