ILME: Mehrpolige Steckverbinder für industrielle Anwendung
381 MEHRPOLIGE STECKVERBINDER ❱ EMV ❱ CN i EMV Steckverbinder und Elektromagnetische Verträglichkeit Bei den meisten industriellen Anwendungen stellen die Steckverbinder (Stecker + Gehäuse) selbst kein erstrangiges Problem für den Planer dar, was die allgemeine EMV einer Einrichtung angeht. Die Gehäuse der industriellen Steckverbinder für den niedrigfrequenten Bereich sind generell ein Nebenaspekt, da sie bis 10 MHz eine Dämpfung von ca. 55 dB ohnehin gewährleisten. Der Planer für elektrische/elektronische Einrichtungen wird sich zuerst auf den Kern des EMV-Problems konzentrieren, d.h. um die im Inneren der Einrichtung aktiven Komponenten, deren Emission zu begrenzen und deren Störfestigkeit es zu erhöhen gilt. Wenn es zu größeren Problemen aufgrund vonAusstrahlung durch den Spalt zwischen einem Steckverbindergehäuse und einer Schaltschrankwand kommt, muss sich im Inneren des Schaltschrankes eine besonders “effiziente” Quelle für Radiofrequenzen befinden. Es müssen praktisch grobe Planungsfehler in Bezug auf die EMV der gesamten Einrichtung unterlaufen sein. In einigen Fällen können die Steckverbindungen das schwache Glied darstellen. Das ist z.B. dann der Fall, wenn es aus funktionalen Gründen nicht möglich ist, die Störungsproduktion der elektronischen Bestandteile im Inneren des Schaltschrankes weiter einzugrenzen. In diesen Fällen vertraut man auf die Wirksamkeit des Schirms. Auch wenn der Hersteller der elektrischen Ausrüstung abgeschirmte Qualitätsprodukte und abgeschirmte Qualitätskabel einsetzt, könnte die Kontinuität und Homogenität dieses Schirms bei dem Übergang zwischen Tüllengehäuse und Schaltschrankwand vermindert werden. In Bezug auf die elektromagnetische Verträglichkeit der elektrischen Ausrüstung einer industriellen Maschine ist ein zweiter wichtiger Aspekt, wie viele Schnittstellen-Verkabelungen vorhanden sind. In diesen Fällen darf die gute Schirmdämpfung, die auf die Kabel angelegt werden muss, nicht durch die Gehäuse der Steckverbinder und eine schlechte Massenverbindung des Kabelschirms beeinträchtigt werden. Es ist darauf hinzuweisen, dass sich eine höhere Abschirmung bei der Behebung eventueller Probleme als nicht ausreichend erweisen kann. Daher ist sie als zusätzliche Möglichkeit anzuwenden. EMV - Übersicht Wenn die elektromagnetische Verträglichkeit einer elektrischen/elektronischen Einrichtung erst während der letzten Prüfung anstatt während des Entwurfs berücksichtigt wird, führt dies fast immer zu einem beachtlichen Anstieg der gesamten Entwicklungszeiten und -kosten. Der Planer sollte in Bezug auf die elektromagnetische Verträglichkeit, unabhängig davon, ob die Einrichtung später abgeschirmt wird oder nicht, dieselben Regeln und Maßnahmen anwenden. Viele Produkte halten die Normen für elektromagnetische Verträglichkeit ohne Abschirmung ein. Wenn jedoch jede weitere Änderung für eine weitere Eingrenzung an der Quelle unmöglich oder kostenungünstig ist, muss die Wirksamkeit des elektromagnetischen Schirms gesteigert werden. Ein elektromagnetischer Filter ist eine Barriere gegen Übertragung von elektromagnetischen Feldern. Generell kann ein solcher Filter auch als Schirm gegen geleitete Emissionen angesehen werden. In diesem Bericht beschränken wir uns darauf, einen Filter als Barriere für ausgestrahlte Emissionen zu betrachten. Als elektromagnetische Filter wirken auch die Metallgehäuse, die die elektrische/elektronische Einrichtung oder einen Teil dieser vollkommen umgeben, damit verhindert wird, dass die Emissionen der elektrischen/elektronischen Vorrichtungen der Einrichtung oder eines Teils dieser nach außen, in die Umgebung der Einrichtung selbst, ausstrahlen können. Ein mit einem Gerät verbundenes Kabel ist Teil dieses Geräts, wenn es darum geht, dessen elektromagnetische Kompatibilität zu erreichen. Ein flexibles, mehrpoliges Kabel wird abgeschirmt, indem die isolierten Leiter mit einem leitenden Netz aus Metall umgeben werden. Ein elektromagnetischer Filter wird mit einem Parameter gekennzeichnet, der dessen Wirksamkeit misst. Die Schirmdämpfung ist das Verhältnis zwischen der im Inneren einer Einrichtung erzeugten, ausgestrahlten Spannung und der ausgestrahlten Spannung, die außen von der Einrichtung zurückbleibt. Die durch einen Filter hervorgerufene Dämpfung kann durch den Vergleich zwischen Nichtvorhandensein des Filters und Vorhandensein des Filters gemessen werden. Die Schirmdämpfung wird in dB (Dezibel) gemessen . 20 dB entsprechen einer Größeneinheit, d.h. einer Dämpfung um einen Faktor 10; 40 dB = Dämpfung um einen Faktor 100 usw. Elektromagnetische Abschirmung der Steckverbinder: Grundlagen.
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