Phoenix Contact: Interface-Technik und Schaltgeraete 2017/18

Weitere Informationen und vollständige technische Daten unter phoenixcontact.net/products Einteilung in Temperaturklassen Die Unterteilung der unterschiedlichen Gase nach Mindestzündenergien in Explosi- ons- bzw. Gasgruppen reicht noch nicht aus, um die Gase in Bezug auf ihre explosiven Ei- genschaften hinreichend zu beschreiben. Ein Gas kann zum einen durch das Über- schreiten der Zündenergie zur Explosion gebracht werden, zum anderen aber auch durch eine hohe Temperatur, hervorgerufen durch eine heiße Oberfläche. Diese Zündtemperatur ist jedoch in der Regel nicht gekoppelt mit der Zündenergie, d. h. ein Gas mit einer niedrigen Zündenergie muss nicht zwangsläufig auch bei einer nied- rigen Temperatur explodieren. Daher wer- den elektrische Geräte, die direkt in explo- sionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden, in Temperaturklassen eingeteilt. Die Temperaturklassen beschreiben die ma- ximale Oberflächentemperatur auch bei Auftreten von Fehlern. In Analogie dazu er- folgt eine Einteilung der Gase anhand der unterschiedlichen Zündtemperaturen. Eine Übersicht über die Zündenergien und Zündtemperaturen für einige Gase fin- den sich in der folgenden Tabelle: Zoneneinteilung Explosionsgefährdete Bereiche sind nach der Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens in Zonen eingeteilt. In der Norm EN 60079- 10-1 werden die Zonen für den Bereich, in dem eine explosionsfähige Gasatmo- sphäre vorliegt, definiert: Zone 0: Bereich, in dem eine explosionsfähige Ga- satmosphäre ständig oder langzeitig vorhan- den ist. In der Regel liegen diese Bedingungen im Inneren von Behältern, Rohrleitungen, Ap- paraturen und Tanks vor. Zone 1: Bereich, in dem damit zu rechnen ist, dass eine explosionsfähige Gasatmosphäre bei normalem Betrieb gelegentlich auftritt. Hierzu gehören die nähere Umgebung der Zone 0 sowie nähere Bereiche um Füll- und Entleerungseinrichtungen. Zone 2: Bereich, in dem nicht damit zu rechnen ist, dass bei normalem Betrieb eine explosi- onsfähige Gasatmosphäre auftritt, und wenn sie dennoch auftritt, dann nur selten und auch nur kurzzeitig. Zur Zone 2 gehören nur zum Lagern ver- wendete Lagerräume, Bereiche um lösbare Verbindungen von Rohrleitungen und in der Regel die nähere Umgebung der Zone 1. Für Bereiche, die durch brennbare Stäube explosionsgefährdet sind, werden folgende Zoneneinteilungen entsprechend EN 60079-10-2 (alt: EN 61241-10) defi- niert: Zone 20: Bereich, in dem eine explosionsfähige At- mosphäre, in Form einer Wolke brennbaren Staubs in Luft, ständig, langzeitig oder häufig vorhanden ist. Zone 21: Bereich, in dem damit zu rechnen ist, dass eine explosionsfähige Atmosphäre, in Form einer Wolke brennbaren Staubs in Luft, bei Normalbetrieb gelegentlich auftritt. Zone 22: Bereich, in dem bei Normalbetrieb nicht damit zu rechnen ist, dass eine explosions- fähige Atmosphäre, in Form einer Wolke brennbaren Staubs in Luft, auftritt. Sollte diese dennoch auftreten, dann nur kurzzei- tig. Kategorien Die ATEX-Richtlinie ordnet den Geräten für den Einsatz in explosionsgefährdeten Be- reichen Kategorien zu. In der IEC 60079-0 wird für Kategorie der Begriff „Equipment Protection Level (EPL)“ verwendet. Analog zu den unterschiedlichen Zonen gibt es verschiedene Gerätekategorien. Dies sind die Kategorien M1 und M2 für Gruppe I und Kategorie 1, 2 und 3 für Grup- pe II. Die Kategorien für die Gerätegrup- pe II werden im folgenden näher beschrie- ben: Kategorie 1: Geräte, die konstruktiv so gestaltet sind, dass sie ein sehr hohes Maß an Sicherheit gewährleisten. Geräte dieser Kategorie müssen selbst bei selten auftretenden Gerätestörungen das erforderliche Maß an Sicherheit gewäh- ren und weisen daher Explosionsschutz- maßnahmen auf, sodass – beim Versagen einer integrierten Schutz- maßnahme mindestens eine zweite unab- hängige Schutzmaßnahme, die erforderliche Sicherheit gewährleistet oder – beim Auftreten von zwei unabhängigen Fehlern die erforderliche Sicherheit ge- währleistet wird. Kategorie 2: Geräte, die konstruktiv so gestaltet sind, dass sie ein hohes Maß an Sicherheit gewäh- ren. Die Explosionsschutzmaßnahmen dieser Kategorie gewährleisten selbst bei häufigen Gerätestörungen oder Fehlerzuständen, die üblicherweise zu erwarten sind, das erfor- derliche Maß an Sicherheit. Kategorie 3: Geräte, die konstruktiv so gestaltet sind, dass sie ein Normalmaß an Sicherheit ge- währleisten. Geräte dieser Kategorie gewährleisten bei normalem Betrieb das hinreichende Maß an Sicherheit. Die Zuordnung der Kategorien zu den Zonen ist in der folgenden Tabelle darge- stellt: Temperaturklasse Höchstzulässige Oberflächentem- peratur der Betriebsmittel Zündtemperaturen der brennbaren Stoffe °C °C T 1 450 > 450 T 2 300 > 300  450 T 3 200 > 200  300 T 4 135 > 135  200 T 5 100 > 100  135 T 6 85 > 85  100 Substanz T zünd Temperatur- klasse E min Gruppe Äthyläther 170 T 4 190 II B Äthylen 425 T 2 82 II B Ammoniak 630 T 1 14000 II A Butan 365 T 2 250 II A Methan 595 T 1 280 I Propan 470 T 1 250 II A Schwefelkohlenstoff 95 T 6 9 II C Wasserstoff 560 T 1 16 II C Kategorie für Zone und zusätzlich möglich 1 0 20 1 und 2 21 und 22 2 1 21 2 22 3 2 22 109 PHOENIX CONTACT Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik Trennverstärker mit funktionaler Sicherheit und Explosionsschutz - Die MACX-Familien

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